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Obi geht ins Sabbatical

Obi geht ins Sabbatical

Liebe Leute! Schweren Herzens möchte ich euch mitteilen, dass ich mich nach über zehn Jahren als Obmann des SVSF Pottschach entschlossen habe, eine Auszeit zu nehmen und alle meine Aufgaben für unbestimmte Zeit ruhend zu stellen. Der Vorstand wurde gestern von mir darüber informiert.

Die Entscheidung hat sich in den letzten zwei Wochen seit dem Natschbach-Heimspiel mit jedem Tag deutlicher in mir verfestigt. Der Grund ist ganz einfach: Ich möchte Zeit mit meiner Familie verbringen. In den zwei Monaten des Lockdowns hab ich gelernt, was das bedeutet. Irgendwann nach dem Sommerurlaub hab ich Platz in einem Karussell genommen, das sich mit jeder Woche immer schneller zu drehen begann. Planungen, Konzepte, Ausführen derselben, neue Verordnungen, neue Konzepte, und das alles zusätzlich zum normalen Alltag von Trainings mit der U13, Spielen mit der KM, Homepage und so weiter. So viel Zeit und noch mehr Energie reingesteckt und sich blindlings reingetigert. Was blieb auf der Strecke? Richtig. Mein 12-jähriger Sohn, der fünf Mal die Woche zum Training oder Spiel zu fahren ist und den ich auf seinem Weg eigentlich bedingungslos unterstützen sollte. Dazu meine vierjährige Tochter, die jetzt auch Hobbys gefunden hat, an denen ihr Papa teilhaben sollte. Und zu guter Letzt natürlich auch meine Frau, die bisher immer gute Miene zum bösen Spiel gemacht hat und die froh wäre, wenn ihr daheim öfter jemand zur Seite stünde und nicht nur den Geschirrspüler ausräumt und den Mist rausbringt. Und dass ich auch an meinem Arbeitsplatz, in der Klasse und auf dem Trainingsplatz, 100 Prozent geben kann, geht nur dann, wenn ich gedanklich unbelastet bin.

Keine Frage: Ich kann mich mit der derzeitigen sportpolitischen Situation genau gar nicht abfinden. Zuschauer von der Sportanlage wegzuschicken, weil nur 250 rein dürfen, ist ein absolutes Verbrechen. Dass ich das beim Trachtenderby getan habe, schockiert mich bis heute. „Geisterspiele“ sind genauso ein No-Go wie Heimspiele ohne Kantinenbetrieb, da sind wir uns beim SVSF sowieso einig. Dazu kommt, dass ich mir mit meinem „Liebesbrief“ von vor drei Wochen nicht nur Freunde, sondern auch Feinde gemacht habe. Diese warten nur darauf, dass ich Fehler begehe. Die erste Anzeige gegen mich ist schon raus, ist mir aber so was von scheißegal.

Abschließend möchte ich mich bei all jenen bedanken, die mich in den letzten Jahren begleitet haben. Danke an den SVSF-Vorstand, mit dem ich viele geile und gelungene Events und Ideen auf die Beine stellen durfte. Ihr seid für mich (auch ohne mich) das beste Team in der Region. Ich danke allen Pottschacher Kickern und Nachwuchsspielern für ihren Einsatz und ihre Leidenschaft. Ich werde weiter mit euch leiden und mit euch zittern! Und Danke auch an alle Fans und sonstigen Wegbegleiter: Ihr alle miteinander macht den SVSF zu dem, was er heute ist und immer bleiben wird. Bis bald und bleibt gesund, Filip Blazanovic!

#gemmapottschoch

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