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Über Gewalt, seine Auslöser und den Umgang damit

nönnk

Ein Leserbrief in der heutigen NÖN, verfasst von Dieter Leeb, seines Zeichens Präsident des Neunkirchner SC, sollte nicht unkommentiert bleiben. Wer hier weiter lesen möchte, sollte zuerst den Zeitungsartikel durchgehen. Tatsächlich schätze ich Dieter Leeb bis heute als Mann, der Visionen hat. Als Mann, der Ideen hat. Als Mann, der Handschlagqualität hat. Sein Ziel, den Neunkirchner SC, der lange Jahre in der Bedeutungslosigkeit dahintümpelte, neu aufzustellen und viel Geld in die Nachwuchsarbeit zu investieren, wurde von mir und der Öffentlichkeit bis heute genauestens verfolgt und verdient große Anerkennung. Daumen hoch dafür!

 

Dass man einen Fußballverein (man kann auch Unternehmen dazu sagen, nichts anderes ist es nämlich) nicht über Nacht an die Spitze bringen kann, versteht sich auch von selbst. Fortschritte wechseln einander mit Rückschlägen ab. Wenn man die Dinge richtig anpackt, werden die Fortschritte aber deutlich in der Mehrzahl sein. Der SC hat meiner Meinung nach vieles richtig gemacht. Fortschritte? Ganz viele. Rückschläge? So viel ich weiß: Zwei. Wobei besonders der Erste ziemlich deftig ausfiel. Ohne Zweifel! Es war eine harte Prüfung für Dieter Leeb und sein Team! Die Maßnahmen: Sie trennten sich von den drei Brüdern. Der NÖFV sperrte die Jungs für lange Zeit vom Fußball aus. Den Rest würden die Gerichte klären!

 

Nach vielen Fortschritten folgte nun, zehn Monate später, der zweite Rückschlag. Eine Catcherei zwischen Neunkirchner und Neudörfler U16-Kickern. Ich hab den Artikel in der NÖN nicht gelesen, weiß also nicht, was wirklich passiert ist. Der SC aber dürfte wieder adäquat gehandelt haben: Der Spieler wurde gesperrt und zu sozialer Jugendarbeit verdonnert. Der Artikel bedeutet klarerweise, dass viel positive Arbeit zerstört wurde. „Only bad news are good news!“ Leider unterliegen alle Medien der Welt diesem Motto. Ich habe aber auch schon viele positive Artikel über den SC gefunden. Es bedarf halt einiger Zeit und Anstrengung, um den Fokus der Öffentlichkeit wieder auf das Positive zu legen. Wie ich Dieter und sein Team, wovon ich unter anderem besonders Jürgen Reichl und Franz Hillebrand herausheben möchte, kenne, hätte man diesen Turn-Around ohne Probleme geschafft. Ehrliche und ehrgeizige Arbeit wird sich am Ende einfach durchsetzen. Diejenigen, die sich auskennen, werden das honorieren. Diejenigen, die weniger Ahnung haben, wird man nie überzeugen können. Letzten Endes sind die Kritiker und Neider (auch für mich) die beste Motivation, alles noch besser zu machen. Und nicht zu vergessen: Auch ich als SVSF-Obmann musste einige Kritik einstecken.

 

Was mich in diesem Moment enttäuscht, sind einige Passagen in dem Leserbrief von Dieter Leeb. Ich kann mich noch an jenen Sonntag nach dem unheilvollen Samstag erinnern, als wir am Krankenbett von Klaus Lechner gemeinsam hofften und beteten, dass alles nur halb so schlimm sein würde. Für mich waren es die schwersten Momente meiner Obmannschaft beim SVSF, nicht anders wird es auch dem SC-Präsidenten gegangen sein. Klaus lag da, er durfte sich nicht bewegen. Wäre der Wirbel, so wie befürchtet, wirklich gebrochen gewesen, hätte er bei schlechtem Verlauf sogar im Rollstuhl landen können. Als ich dann Stunden später erfuhr, dass es sich nur um eine schwere Wirbelprellung handelte, spürte ich so viel Erleichterung wie selten in meinem Leben.

 

Bis heute leidet Klaus an den Folgen der Verletzung, bis heute erinnern Klaus´ Schmerzen an die Geschehnisse dieses Tages. Diese Zeilen (übersetzt: Nasenbeinbruch = schwere Verletzung, Klaus´ Verletzung = keine schwere Verletzung) müssen sich besonders für Klaus beim Lesen so anfühlen, als ob in diesem Moment noch einmal jemand seinen Kopf mit einem Fußball verwechselt. Fakt ist: An diesem Nachmittag wurde von einem Beteiligten eine Grenze überschritten, die nicht überschritten hätte werden dürfen. Wie Dieter Leeb schon richtig schrieb: Manchmal können einem Fußballer im Match die Sicherungen durchbrennen. Okay! Aber NIE ist das eine Rechtfertigung, auf einen auf dem Boden liegenden brutal hinzutreten. Ebenfalls ist es NIE eine Rechtfertigung zu sagen: „Aber du warst der Auslöser! Warum wirst du nicht bestraft?“ Fast ein Jahr nach dem Vorfall Mutmaßungen anzustellen, wer denn jetzt angefangen hat, ist nicht sehr sinnvoll. Die Neunkirchner sagen, die Pottschacher waren die Auslöser. Die Pottschacher umgekehrt sind ganz sicher, dass die Neunkirchner schuld sind. Aber was oder wer war der Auslöser? War es ein Foul? Oder ein provokanter Spruch? Oder eine Geste? Oder ein Schiedsrichterpfiff? Was war jetzt wirklich der Auslöser? Ich bin 50 Meter entfernt gestanden, ich kann es leider nicht sagen! Auf alles andere, was an diesem Nachmittag im Mai 2014 passiert ist (eine Neunkirchner Nase ab, eine Pottschacher Rippe gebrochen), bin auch ich als Obmann sicher nicht stolz. Diese Endresultate sind entbehrlich und nicht zu tolerieren.

 

Um zurück zum Leserbrief zu kommen: Eine Lösung damals nach dem Vorfall wäre gewesen, sich gegenseitig zu bekriegen und sozusagen eine Vereins-Feindschaft auszurufen. Eine blöde Idee! Stattdessen beschlossen wir, uns zu treffen, zusammenzuarbeiten und Maßnahmen zu setzen. Dieter Leeb hielt eine Pressekonferenz ab. Mein Vorschlag/Angebot, einen „Friedensgipfel“ abzuhalten, fand keine Mehrheit im SVSF-Vorstand. Zu viele Bedenken wurden geäußert. „Gelacht“ hat keiner, dazu war das Thema viel zu ernst. Der Vorfall hatte eindeutig Spuren hinterlassen. Doch auch hier fanden wir zueinander: Wo fängt man mit Fairplay, Ehrlichkeit und Respekt an, wenn nicht beim Nachwuchs? Also wurden Freundschaftsspiele vereinbart. Die U7 zum Beispiel fuhr mit 20 Kids und vielen Eltern nach Neunkirchen, es gab ein gemeinsames Erinnerungsfoto. Einen Gegenbesuch verhinderte im November nur das schlechte Wetter. Dazu zeigten auch U23 und KM beim direkten Duell in der SVSF-Arena, dass Fußball auch nur Fußball sein kann. Und weil sich ganz zufällig die drei Brüder darauf verständigten, die Schuld auf einen U23-Kicker des SC zu schieben, arbeiteten und arbeiten der SVSF und der SC auch bei der Abarbeitung des Vorfalls vor Gericht eng zusammen.

 

Abschließend kann ich als Obmann sicher nachvollziehen, was in SC-Präsident Dieter Leeb vorgeht, wenn sein „Baby“ in den Medien verrissen wird. Es ist nicht angenehm, wenn einzelne Personen durch ihr Handeln den Namen einer Marke in Verruf bringen. Jetzt aber auf diese Weise zu reagieren, klingt für mich so, als wenn man die Schuld (kann ein Verein etwas für jemanden, der sich nicht benehmen kann?) bei wem anderen suchen oder als wenn man den Angriff auf Klaus Lechner bagatellisieren möchte. Viel besser wäre: Weiter Maßnahmen setzen, Störfaktoren (präventiv) beseitigen und in die Zukunft schauen, anpacken, zusammenstehen (auch unter den Vereinen) und wieder für positive Nachrichten sorgen!

 

Mit sportlichen Grüßen,

 

Filip Blazanovic

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